Das Bett ist eine recht neue Erfindung in der Geschichte der Menschheit und sieht in verschiedenen Kulturen auch sehr unterschiedlich aus. Früher gab es eine Ruhestätte, zumeist eine Anhäufung von natürlichen Substanzen wie Laub, Heu oder Stroh. Daraus haben sich dann Strohsäcke entwickelt, die häufig erneuert wurden, da das Grundmaterial überall zu haben war und schnell verdorben ist.
Heute besteht ein Bett normalerweise aus einem Bettgestell, einem Lattenrost und einer Matratze. Diese Aufteilung ist verständlich, denn die Matratze ist eine Weiterentwicklung des Strohsackes. Um eine komfortablere Lagerung zu ermöglichen und die Belüftung zu verbessern wurde der Lattenrost entwickelt und unter die Matratze gelegt. Das Bettgestell diente schliesslich dazu, das Aufstehen aus dem Bett zu erleichtern.
Dies ist aber nicht die bestmögliche Aufteilung für ein modernes, gesundes Bett, wie wir Ihnen im weiteren Verlauf dieses Kapitels "Schlaf und Bett" zeigen möchten. Dazu aber zunächst ein paar Vorbemerkungen.
Eine gute Bettkonstruktion sollte immer den ganzen Körper stützen, besonders Kreuz und Taille, gleichzeitig aber auch dort nachgeben, wo sie besonders stark belastet wird, also an Schultern, Hüfte und Becken. Ziel ist es, die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Lage zu halten. Idealerweise sind diese Liegeeigenschaften über die ganze Breite des Bettes gleich gut. Darüber hinaus sollte ein gesundes Bett weder zu stark nachfedern noch schaukeln und natürlich auch keine Kuhlen ausbilden oder Besucherritzen haben.
Es ist somit eine ideale Komposition aus Stützung und Anpassung bei gleichzeitig weicher und bequemer Lagerung zu finden. Wie hart das Bett sein soll wird heute individuell entschieden. Einsichtig ist jedoch, dass schwere Menschen eine härtere Konstruktion benötigen als leichte Menschen oder Kinder.
Während der Nacht gibt der Körper eine erhebliche Menge an Flüssigkeit an seine Umgebung ab. Daher müssen bei guten Betten die verschiedenen Komponenten diese Feuchtigkeit aufnehmen und weiterleiten können. Dabei kommt dem Material Schafschurwolle eine besondere Rolle zu, weil sie ein exzellenter Feuchtigkeits- und Wärmeregulator ist und dadurch ein angenehmes Klima in Betten schafft. Wolle sollte jedoch nicht in die Matratze eingesteppt sein, da sie dann nicht mehr regelmässig gelüftet werden kann.
Bei Betten trägt auch die Konstruktion des Gestelles erheblich dazu bei, ob die Feuchtigkeit des Schläfers ungehindert zirkulieren und abtransportiert werden kann. Denn bei Betten mit geschlossenen Bettkästen kann sich leicht Feuchtigkeit anstauen und dadurch Schimmelbefall ermöglichen. Besonders wichtig ist eine gute Luftzirkulation unter den Betten, wenn der Fussboden kalt ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn unter dem Schlafzimmer kein geheizter Raum liegt.
Die im Bett verwendeten Materialien sollten natürlich und möglichst unbehandelt sein, denn Betten sollen Ruhe und Wärme ausstrahlen. Holz, Schafschurwolle und andere naturbelassenen Materialien sind dafür ideal. Metalle und elektrische Teile (elektrische Verstellungen oder Heizdecken) im Bett können bei empfindlichen Personen zu Schlafstörungen führen.
Aber auch ein natürliches Material wie Wolle kann sehr unterschiedliche Eigenschaften haben, je nachdem wie es hergestellt wurde. Dies möchten wie Ihnen mit folgendem Beispiel verdeutlichen:
Wolle A wird von Schafen geschoren, die das ganze Jahr über im Freien leben. Nach der Schur vom lebenden Tier wird die Wolle mit sanften Mitteln vorsichtig gereinigt, so dass ein hoher Anteil des Wollfettes Lanolin in der Wolle verbleibt. Anschliessend wird die Wolle dann mechanisch weiterverarbeitet und ergibt so eine hochwertige, natürliche Decke oder Wollauflage.
Wolle B dagegen wird entweder vom lebenden Tier mittels eines Enthaarungsmittels "geerntet" oder gar von bereits toten Tieren entnommen. Danach wird die Wolle mit starken chemischen Mitteln gereinigt und dann mit Chemikalien antifungizid und antibakteriell behandelt. Durch diese Vorgehensweise gehen fast alle hochwertigen Eigenschaften der Wolle verloren und übrig bleibt ein mehr oder weniger totes Produkt.