Der traditionelle Aufbau eines Bettes mit Lattenrost und Matratze hat grundlegende Nachteile. Die Struktur eines Lattenrostes aus nach oben gewölbten und unter Spannung stehenden Leisten bedingt, dass die Nachgiebigkeit der Leisten in der Mitte der Liegefläche grösser ist als am Rand. Die Liegeeigenschaften sind daher über die Breite des Bettes betrachtet unterschiedlich. Darüber hinaus gibt es bei Doppelbetten in der Mitte einen besonders harten Bereich, an dem die beiden Lattenroste aneinander stossen.
Zudem haben Matratzen, die auf Lattenrosten liegen, eine grosse
Auflagefläche. Diese Flächen, auf denen die Matratze auf dem Holz aufliegt, sind problematisch, da hier der
Abtransport der Feuchtigkeit behindert wird und die Matraze auf
den Leisten oft Stockflecken bildet.
Ein weiterer Nachteil kommt daher, dass die Klima regulierenden und Feuchtigkeit aufnehmenden Schichten des Bettaufbaues in die Matratze integriert sind. Hierfür wird zumeist Wolle verwendet, die auf der Oberseite der Matratze eingesteppt ist. Damit Wolle aber seiner klimaregulierenden Funktion gerecht wird, sollte sie regelmässig gelüftet werden. Matratzen üblicher Bauart sind aber in der Regel schwer und unhandlich und werden deshalb nur selten gelüftet.
Auch ist der Klima regulierende Teil - die Wolle - der Teil des Bettes mit der kürzesten Lebensdauer. Aus hygienischen Gründen wird empfohlen alle Wollmaterialien im Bett nach 7-10 Jahren zu erneuern. Dazu ist dann aber eine teure Aufarbeitung der Matratze notwendig.
Die vorgenannten Gründe haben verschiedene Entwickler dazu veranlasst, neue Bettsysteme zu entwickeln. Der Name Bettsystem wird verwendet, da hier alle Komponenten eines Bettes - mit Ausnahme des Bettgestelles - aufeinander abgestimmt sind und zusammengehören. Die verschiedenen Komponenten übernehmen jeweils bestimmte Aufgaben und sind auf diese Aufgaben hin optimiert. Daraus ergeben sich wesentlich bessere Eigenschaften des Gesamtsystems im Vergleich zu einem konventionellen Bettaufbau.
Bei einigen Bettsystemen werden nur Naturmaterialien
verwendet: Naturlatex, Wolle und Holz. Andere Bettsysteme verwenden dagegen moderne Materialien, die teilweise aus dem Flugzeugbau stammen. Aus ergonomischer Sicht sind beide Varianten empfehlenswert und
die Frage des Materials muss der einzelne für sich entscheiden.
Kernstück der Natur-Bettsysteme sind so genannte Federelemente. Hier ruht eine Vielzahl schmaler und quer verlaufender Holzleisten auf mehreren längs verlaufenden Streifen von Naturlatex. Bei manchen Systemen sind sogar die Holzlamellen in mehreren Schichten übereinander angeordnet, jeweils durch Latexstreifen getrennt. Dadurch ergibt sich ein System von Druck auffangenden Komponenten, welches besonders feinfühlig und genau auf die Belastungen des Körpers reagiert.
Das Federelement von Natur-Bettsystemen ist darüber hinaus meistens individuell einstellbar. So können bestimmte Zonen weicher eingestellt
werden, um zum Beispiel eine Schulterabsenkung für die Seitenlage zu
erreichen. Andere Bereiche können wiederum härter gemacht werden, etwa
für eine bessere Unterstützung im Lendenwirbelbereich.
Auf die Federelemente wird als nächste Komponente eine Naturlatex-Matratze gelegt. Diese Matratze muss im Gegensatz zu herkömmlichen Matratzen keine Stütz- oder Haltefunktion mehr übernehmen, da diese Arbeit komplett vom Federelement übernommen wird. Die Naturlatex-Matratze dient dazu, dass Sie weich und komfortabel liegen.
Zum Abschluss des Systems wird auf die Matratze eine Wollauflage gelegt, die der Klima- und Feuchtigkeitsregulation dienst.