Ratgeber für Ergonomie & Gesundheit bei Ruhesesseln
Rückengerechtes Sitzen und Liegen in Ruhesesseln
Sitzen - insbesondere langes Sitzen - wird im Allgemeinen als ein grosser Risikofaktor für das Entstehen von Schmerzen im unteren Rückenbereich angesehen. Untersuchungen bei Rückenpatienten zeigen, dass deren Beschwerden überwiegend auf das Sitzen zurückzuführen sind.
Beim herkömmlichen Design von Stühlen und Sesseln wird vorwiegend auf das Design geachtet, so dass körpergerechte Funktionen oft unberücksichtigt bleiben.
Untersuchungen haben gezeigt, dass gut 80% bis 90% der Bevölkerung eine falsche Sitzhaltung haben. Lehnt man sich bequem im Stuhl oder auf der Couch zurück, so verliert man die natürliche S-Form des Rückens. Dieser ist dann nicht mehr optimal unterstützt und kann so überbelastet werden.

Die richtige Sitzhaltung
Bewegung ist für unsere Körper essentiell, denn diese sorgt für eine optimale Ernährung unserer Bandscheiben. Wenn wir jedoch lange sitzen - entweder aus freien Stücken oder erzwungenermassen - bewegen wir uns kaum. Umso wichtiger ist jetzt die ideale Sitzhaltung: Die Haltung, in der der Körper bestmöglich in seiner natürlichen Form unterstützt wird. Aufgrund einer wissenschaftlichen Studie über körpergerechtes Sitzen im Wohnbereich, die in Zusammenarbeit mit der Forschungsabteilung von Fitform durchgeführt wurde, sind fünf Grundvoraussetzungen ermittelt worden, die ein Sitzmöbel im persönlichen Bereich zu erfüllen hat, um eine optimale Körperunterstützung zu erreichen. Die fünf Grundvoraussetzungen für gesunde Sitzmöbel
1. Die richtige Sitzhöhe
Ein zu hoher Sitz führt dazu, dass man sich zurücksinken lässt, um die Füsse am Boden absetzen zu können. Darüber hinaus klemmt eine zu hohe Sitzfläche manchmal auch die Beinnerven ein. Bei einer zu niedrigen Sitzfläche rundet sich der Rücken automatisch.
Tipp: Die richtige Sitzhöhe erreicht man, wenn die Beine in einem Winkel von 90 Grad am Boden stehen. Zwischen dem oberen Teil der Kniekehle und der Sitzfläche sollte sich eine flache Hand leicht einschieben lassen. 2. Der richtige Sitzwinkel
Bei einem zu schiefen Winkel zwischen Rückenlehne und Sitzfläche treten Abschubkräfte auf, durch die man im Sitzen zurücksinkt und nicht mehr optimal unterstützt wird. Dieser Effekt tritt vor allem bei Sesseln auf, bei denen ausschliesslich die Rückenlehne nach hinten verstellt werden kann.
Tipp: Der richtige Sitzwinkel liegt zwischen 95 und 105 Grad und sollte auch erhalten bleiben, wenn man sich in die Liegeposition begibt.

Die fünf Grundvoraussetzungen für gesunde Sitzmöbel (Teil 2)
3. Die richtige Sitztiefe
Zeitgenössische Couchgarnituren sind für die meisten Menschen zu tief. Dies führt dazu, dass man im Sitzen zurücksinkt, was einen konvex gekrümmten Rücken zur Folge hat. Dies ist nicht nur unnatürlich, sondern erschwert auch das Aufstehen wesentlich.
Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Körper gut an der unteren Seite der Sessellehne, im Bereich der Lendenwirbelsäule, anliegt. Die richtige Sitztiefe ist erreicht, wenn sich dann eine flache Hand zwischen die Innenseite der Kniekehle und der Sitzfläche einschieben lässt. 4. Die richtige Höhe der Armlehnen
Wenn die Armlehnen zu niedrig sind, sinkt man automatisch zurück, um sich an den Armlehnen abzustützen. Die Folge ist ein gewölbter Rücken. Zu hohe Armlehnen können dagegen Verspannungen im Hals- und Nackenbereich verursachen.
Tipp: Bei Armlehnen in richtiger Höhe sind die Schultern gerade und die Arme ruhen in einem Winkel von 90 Grad auf den Armlehnen. 5. Die richtige Lendenunterstützung
Beim Sitzen wird vor allem der Lendenwirbelbereich stark belastet. Weil sich sowohl Rumpflänge wie auch die Krümmung der Wirbelsäule von Person zu Person stark unterscheiden, sind die Höhe wie auch die Dicke einer Lendenstütze möglichst optimal einzustellen.
Tipp: Die Lendenstütze sollte sich in Höhe und Dicke individuell einstellen lassen, um bestmögliche Unterstützung zu ermöglichen.

Der Komfort der Verstellmöglichkeiten
Drei weitere Punkte sorgen neben den zuvor genannten Anpassungsmöglichkeiten dafür, dass das Sitzen in einem Ruhesessel zu einer Wohltat für den Körper wird. Beinunterstützung
Das Hochlegen der Beine ist eine wesentliche Voraussetzung für Entspannung. Achten Sie aber darauf, dass die Beine immer in einer leicht angewinkelten Position auf der Fussbank ruhen, um eine Überdehnung der Knie zu vermeiden und um zu verhindern, dass die untere Rückenpartie unter Spannung gerät. Kippverstellung
Wenn der Sessel es ermöglicht, dass Rückenlehne und Sitzfläche gleichzeitig nach hinten bewegt werden können, ist die Rückenbelastung wesentlich geringer, wie wenn nur die Lehne verstellbar ist. Zudem fühlt sich diese Bewegung auch viel komfortabler an.

Die perfekte Liegeposition
Wenn Sie sich flach auf den Rücken hinlegen, lässt der Druck auf Ihre Wirbelsäule bereits spürbar nach. Noch besser ist jedoch eine Haltung, bei der die Beine in leicht angewinkelter Position etwas höher als das Herz liegen (Herz-Waage-Position). Die Krümmung der Wirbelsäule ist jetzt am natürlichsten, die Muskeln können entspannen und der Blutkreislauf wird gefördert. Bei Personen, die oft Beschwerden mit geschwollenen Beinen haben, unterstützt diese Haltung auch das Abschwellen der Beine.
Alle Produkte der Firma Fitform sind auf Grundlage der zuvor beschriebenen Erkenntnisse entwickelt worden. Mittels eines speziellen Mess-Sessels werden alle Fitform Sessel auf Kunden-Mass angefertigt.
Zur Beschreibung der Fitform Sessel Quellenhinweis:
Dieses Kapitel wurde erarbeitet auf Grundlage von Untersuchungen der Firma Fitform, Niederlande.

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