Sitz-Ergonomie
Dynamisches Sitzen
Unser Körper ist nicht für eine, drei oder fünf verschiedene Sitzhaltungen geschaffen. Zwischen der nach vorn geneigten "aktiven Position" und der zurückgelehnten passiven "Ruheposition" liegen eine unbegrenzte Anzahl weiterer Sitzhaltungen.
Das Ziel ist ein dynamisches Sitzen, wobei der aufrechten Sitzposition über dem Balancepunkt des Stuhls besondere Aufmerksamkeit zukommen sollte. Denn wenn der Schwerpunkt des Benutzers mit diesem Balancepunkt des Stuhls übereinstimmt, so folgt der Stuhl jeder kleinen und grösseren Bewegung des Benutzers. In Balance zu sitzen bedeutet, den Muskeln, die die Wirbelsäule umgeben, die Möglichkeit zu bieten, zwischen Arbeit und Ruhe abzuwechseln.
Das Sitzen im Gleichgewicht ist in vielerlei Hinsicht gut für Sie und die beste Sitzhaltung ist niemals die, die Sie gerade einnehmen, sondern immer die nächste. Ein guter Bürostuhl unterstützt Sie in jeder Haltung und folgt jedem Ihrer Bewegungsabläufe ohne Sie zu behindern. Ihr Bürostuhl sollte Sie zu Bewegung inspirieren.

Die Bewegung beim Sitzen
Die meisten Stühle erlauben Bewegungen des Benutzers von der Hüfte an aufwärts, aber keine Bewegungen der Beine und Fussgelenke. Letztere Bewegungen sind jedoch so entscheidend für den Kreislauf: Es ist wichtig, die Füsse und die Fussgelenke zu bewegen.
Untersuchungen haben ergeben, dass man schlicht "vergisst", die Füsse zu bewegen, wenn man auf einem Stuhl sitzt, der in einer Position arretiert ist. Wenn man aber auf einem Stuhl sitzt, der auf die kleinsten Bewegungen des Körpers reagiert und sich frei bewegen kann, hat das einen günstigen Effekt auf den Blutkreislauf.
Natürlich kann man Menschen beibringen, sich auch zu bewegen, wenn sie auf einem arretierten Stuhl sitzen, aber die Erfahrungen zeigen, dass man bei der Konzentration auf eine Arbeitsaufgabe immer wieder vergisst, die Beine zu bewegen.

Der offene Sitzwinkel
Die Problematik des Sitzens liegt auch darin, dass das Becken beim Übergang vom Stehen zum Sitzen die Tendenz aufweist, nach hinten zu drehen.
Diese Beckenrotation bewirkt, dass aus der natürlichen S-Form der Wirbelsäule eine "Rundrückenhaltung" wird, die besonders die Bandscheiben in der Lendenwirbelsäule belastet. Besonders stark ist die Beckenrotation, wenn der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel ein rechter Winkel ist (90°), wenn also der Oberschenkel waagerecht und der Oberkörper senkrecht stehen. Diese Sitzform, die häufig fälschlicher weise als die "perfekte Sitzhaltung" beschrieben wird, kann die Bandscheiben besonders stark belasten.
Viel besser ist ein "offener Sitzwinkel", der deutlich grösser als 90° ist.
Als Folge dieses "offenen Sitzwinkels" bleibt die natürliche Krümmung der Wirbelsäule weitgehend erhalten, der Oberkörper ist aufgerichtet und der entspannte Bauchraum bietet mehr Platz für die inneren Organe und eine tiefe Atmung. Um den offenen Sitzwinkel einnehmen zu können, ohne auf einer
schrägen Sitzfläche zu sehr abzurutschen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: - Der
Stuhl hat eine Sitzneigungsverstellung, so dass
zwischen waagerechter und geneigter Sitzfläche gewechselt werden kann.
- Der Stuhl hat einen Sattelsitz, der einen guten Halt gibt trotz offenem Sitzwinkel.
- Bei Balansstühlen stützen die Schienbeinpolster, so dass man auf der geneigten Sitzfläche nicht abrutscht.
- Stehhilfen an erhöhten Arbeitstischen oder Stehpulten.
Ideal sind Stehhilfen, die im Fuss beweglich sind, so dass der
Sitzwinkel beim Sitzen verändert werden kann.
Bei allen
Arten des Sitzens mit dem offenen Sitzwinkel ruht ein grösserer Teil des
Körpergewichts auf den Füssen, als beim Sitzen auf geraden Sitzen. Dies
regt auch die Beine an, dem Körper Bewegungsimpulse zu geben.
Beispiele für die genannten Lösungen finden Sie im Produktbereich des Kataloges.

Der richtige Bürostuhl
Die folgenden Anforderungen sollten Sie an Ihren Bürostuhl stellen: - Bewegung und Variation
- Sitzen mit offenem Sitzwinkel
- individuelle Anpassung
- Benutzerfreundlichkeit
- gutes Design
Ein Stuhl mit guter Ergonomie hilft dem Benutzer, effizienter zu arbeiten und sich Energien für eine aktives Leben nach Beendigung des Arbeitstages zu bewahren.

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