movement - die Peter Opsvik Ausstellung

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Installation mit dem Hängesessel Swing

Foto: © Stefan RisseDas Grundthema von Peter Opsvik ist Bewegung. Mit seinen Sitzlösungen bringt er Bewegung in festgefahrene Gewohnheiten. Er überschreitet die bisher dagewesenen Grenzen gesellschaftlicher Konventionen und, was sicher am wichtigsten ist, ermöglicht dem "Besitzer" den Bedürfnissen des Körpers nach Bewegung und Variation gerecht zu werden. movement - die Peter Opsvik Ausstellung
Prototyp des Hängestuhls Swing

Foto: © Stefan Risse

Im ersten Teil der Ausstellung wird die Problematik des Sitzens mittels Videovorführungen in einen historischen Kontext gestellt:

Unsere aktive Vergangenheit

Zurück in die Zeit, bevor sich die Menschen auf Stühle setzten. Zurück in die Vergangenheit, in eine Behausung mit Wänden aus geflochtenen Zweigen und Lehmboden, zu Trommeln und Tanz. Um Nahrung zu finden, mussten die Menschen unablässig umhergehen, Tiere jagen, sich zur Erde bücken oder zu Ästen hochstrecken. Erst als Nomaden. Aber auch als Ackerbau und Viehzucht längst die übliche Lebensweise waren, sorgte die notwendige körperliche Arbeit dafür, dass Glieder und Muskeln auf abwechslungsreiche Art benutzt wurden. Für eine solche Lebensweise ist unser Körper geschaffen.

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passive Gegenwart - aktive Vergangenheit

© Grafiken P.Opsvik, Fotos Stefan RisseUm die zeitliche Perspektive zu erfassen: In den letzten 0,001 Prozent der Zeit seit Anfang der Menschheit haben wir die Art und Weise, wie wir unseren Körper benutzen, vollständig umgekehrt. Von der Allround-Bewegung zur statischen Monotonie.

Die technologische Gegenwart

Begeben wir uns in die technologische Gegenwart, in der die Körperbewegungen zu automatischen Bedienungsfunktionen verkümmert sind und wir auf unseren Stühlen Wurzeln schlagen. Das einzige, was wir noch bewegen, sind die Finger, um die Fernbedienung oder die PC-Maus zu bedienen. Unser Alltag ist von morgens bis abends automatisiert. Muskelkraft brauchen wir weder zu Hause noch im Büro anzuwenden. Aufzüge, Rolltreppen, automatische Türen, elektrische Autofenster, Förderbänder, Fertigungsstrassen, Küchenmaschinen - die Liste lässt sich fast unbegrenzt erweitern - nehmen uns jede mögliche Bewegung ab.

Der Stuhl

In früheren Gesellschaftsformen nahm das Sitzen einen sehr geringen Teil einer körperlich aktiven Lebensweise ein. Der Stuhl mit Sitz und Rückenlehne, wie wir ihn heute kennen, geht wahrscheinlich auf die Zeit um 4500 v.Chr. zurück. Die Pharaonen sassen auf Stühlen mit vier Füssen. Im Verlauf der Geschichte haben die Herrscher den Stuhl als Symbol der Macht benutzt. Nach der Renaissance hatten die Grossbürger Stühle, die wie kleine Throne aussahen. Das Möbelstück verbreitete sich dann allmählich in alle sozialen Schichten. Im Zuge der industriellen Revolution wurden immer mehr Tätigkeiten sitzend ausgeübt, und im 20. Jahrhundert wurden in unserem Teil der Welt die Wohnungen mit Sitzmöbeln vollgestellt.

Sitzgewohnheiten movement - die Peter Opsvik Ausstellung: Der
Bürostuhl HÅG H05

Foto: © Stefan Risse

Wir verbringen viele Stunden unseres wachen Lebens, faktisch einen grossen Teil unseres Lebens, in einer einzigen Körperhaltung: sitzend. Der menschliche Körperbau verträgt es schlecht, über längere Zeit in einer Position zu erstarren, erst recht nicht im Sitzen. Man könnte sagen, die beste Körperhaltung ist immer die nächste.

Körperimpulse und Zivilisation

Der Körper signalisiert pausenlos, dass er die Stellung ändern will. Sogar im Schlaf ändern wir andauernd die Lage. Ein Stuhl, der mehr Bewegung und Variation der Positur unterstützt, nützt jedoch wenig, wenn die Menschen der westlichen Welt nicht die Konventionen, die für ordentliches und stilles Sitzen gelten, überwinden. Regeln der Etikette und des guten Benehmens sind Faktoren, die uns daran hindern, das zu tun, was uns Muskeln und Gelenke zu signalisieren versuchen.

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das Berühren der Exponate ist ausdrücklich erwünscht

Foto: © Stefan RisseDer zweite Teil der Ausstellung widmet sich den Sitzlösungen, die Peter Opsvik entwickelt hat. Dabei werden die Besucher ermuntert, verschiedene Arten des Sitzens auf den Ausstellungsstücken auszuprobieren. Zu sehen sind auch Lösungen, die (noch) nicht auf dem Markt erhältlich sind.

Schilder mit der Aufschrift "bitte berühren" ermuntern zur Auseinandersetzung mit den Objekten. movement - die Peter Opsvik Ausstellung
Balansstuhl Stokke Thatsit

Foto: © Stefan Risse

Dazu Peter Opsvik: "Längerwährendes Sitzen ist die Hauptursache vieler Muskel- und Skelettbeschwerden. Diese Art des Sitzens musste ich neu überdenken. Zwei einleuchtende Lösungen bieten sich an: Man kann weniger sitzen und man kann die Sitzhaltung öfter wechseln.

Die erste Lösung wäre idealerweise zwar vorzuziehen, aber nur bei der zweiten kann unser Fach Beiträge leisten: durch die Entwicklung von Stühlen oder Hilfsmitteln zum Sitzen, die den Wechsel zwischen vielen Sitzvarianten möglich machen."

Bewegung und Variation

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Prototyp des Hängesessels Swing

Foto: © Stefan RisseEine winzige Bewegung wie Kopfnicken oder den Arm ausstrecken reicht schon aus, um den Schwerpunkt so zu verschieben, dass sich die Sitzmöbel der movement-Ausstellung bewegen und einen anderen Sitzwinkel bewirken.

Kinder sollten Vorbild sein

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alle Stühle von Peter Opsvika auf einen Blick

Foto: © Stefan RisseBei Kindern sieht man es besonders deutlich - sie lassen sich noch von den Körpersignalen steuern, das Stillsitzen ist für sie völlig unnatürlich. Daher ist die Ausstellung von Peter Opsvik auch ein Paradies für Kinder und Jugendliche. Herzhaft laut ist die "Musik", die sie den Klangkörpern und Trommeln, welche auch Teil der Ausstellung sind, entlocken. Und dann springen und laufen sie von einem Stuhl zum nächsten, probieren alles aus und sind sichtlich erfreut über die Beweglichkeit und die Variabilität, die diese Sitzmöbel erlauben. "So einen Stuhl möchte ich später auch haben" ist eine Bemerkung, die ich immer wieder höre, während ich dem bunten Treiben folge.

Die ausgestellten Stühle: Balans Variable

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Balansstuhl Stokke Variable

Foto: © Stefan RisseHans Chr. Mengshoel initiierte die Entwicklung eines Sitzmöbels, das auch kniendes Sitzen erlaubte, und kontaktierte in dieser Verbindung drei Designer, um seine Vorstellungen umzusetzen. Peter Opsvik war einer der drei. Wie der Name ”Variable” schon vermuten lässt, geht es hier in erster Linie darum, dass diese Stühle Bewegung und Variation bieten - die kniende Haltung ist nur eine von vielen möglichen.

H05

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ergonomischer Bürostuhl HÅG H05

Foto: © Stefan RisseWenn Sie ein stabiles Gleichgewicht und Ihre Beine unter Kontrolle haben, geschehen kleine Bewegungen ganz instinktiv - sie sind natürlich und werden als richtig empfunden. Den Muskeln tut die dynamische Beanspruchung gut, und die Bewegung der Füsse ist für den Kreislauf wichtig. Das Bewegen fällt leicht, wenn der Körper im Lot ist.

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HÅG H05 Besucherstuhl

Foto: © Stefan RisseDiese Regel gilt auch, wenn wir sitzen. Wir bewegen uns spontan und natürlich, wenn wir auf einem H05 sitzen, denn er wurde so kontruiert, dass man im Lot sitzt und die Bewegung von den Füssen ausgeht. Die Beine steuern in den meisten Situationen die Körperbewegung, und es leuchtet ein, dass sie das auch fertig bringen, wenn wir sitzen.

Capisco: Den ”Sattelstuhl” aufsatteln

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der berühmte Sattelstuhl HÅG Capisco

Foto: © Stefan RisseDie Reiter waren womöglich die ersten Langzeit-Sitzer der Welt. Darauf beruht die Idee des "Sattelstuhls”. Der Stuhl lädt den Benutzer zum Einnehmen der verschiedensten Positionen ein, darunter beispielsweise umgedreht zu sitzen und die Rückenlehne als Brustkorbstütze zu verwenden.

Swing

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Prototyp des Hängestuhls Swing

Foto: © Stefan RisseWarum fasziniert uns das Sitzen auf einer Schaukel? Es ist das Gefühl der Freiheit. Keine andere Art von Sitz erlaubt uns so viel freie Bewegung wie der, der an Stricken hängt. Die Bewegungen eines Körpers in der Schwebe sind fliessend und rhythmisch und wirken beruhigend auf Körper und Seele. Vielleicht rufen solche Bewegungen Erinnerungen an die Zeit wach, als wir mühelos in der Gebärmutter schwammen?

movement - die Peter Opsvik Ausstellung:
Der Hängesessel Swing (Prototyp)

Foto: © Stefan RisseWenn der menschliche Körper von Seilen gehalten wird, ist das Stillsitzen besonders schwierig. Schon das Zucken eines Muskels reicht, um den Körper in Bewegung zu bringen, in einen natürlichen Rhythmus, der den Bedürfnissen des Körpers und der zu lösenden Aufgabe entspricht.

Wenn die Zimmerdecke die notwendige Festigkeit hat, kann der Swing 2 als Arbeitsstuhl ohne Untergestell verwendet werden. Der frei hängende Stuhl kann nach vorn und hinten gewippt werden und macht wegen der Aufhängung eine schaukelnde Bewegung.

Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich den emotionalen Objekten von Peter Opsvik

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Cylindra Schrank-Skulptur

Foto: © Stefan RisseEs sind die Schränke der Serien Cylindra, die eher Skulpturen als Möbelstücke sind. Und Geräuschbilder, die zum anfassen und spielen anregen. Ausserdem die Möbel der Serie Nomadi: Einfache Klappkontruktionen, die ein Mindestmass an Platz und Material erfordern. Wenn die Möbel nicht in Gebrauch sind, schmücken sie als Skulpturen die Wand aber wenn sie benötigt werden, sind sie im Handumdrehen aufgestellt.

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Möbelserie Nomadi

Foto: © Stefan RisseDie Peter Opsvik Ausstellung movement wurde von den Ausstellungsarchitekten Hilde Mortvedt und Leif Lindberg entworfen.

Sie war zuvor bereits in Gent (Belgien), London (England), Glasgow (Schottland) und Göteborg (Schweden) zu sehen. Initiiert und produziert wurde sie vom norwegischen Aussenministerium. Die Ausstellung in München wurde realisiert in Zusammenarbeit von der Königlich Norwegischen Botschaft, dem Deutschen Museum und dem Design Zentrum München.

<-- Ausstellungseröffnung mit Kronprinz Haakon von Norwegen

<-- Portrait Peter Opsvik

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