Schlaf und Schlaf-Rhythmus

Falsche Vorstellungen über den Schlaf, den Schlafrhythmus und die Schlafphasen sind weit verbreitet.  Solche Missverständnisse und die daraus resultierenden Überzeugungen können Schlafstörungen hervorrufen. Nachfolgend haben wir eine Reihe falscher Vorstellungen und deren Richtigstellung für Sie zusammengefasst.

Das Couch-Bett: Das Original Bettgestell für das Hüsler Nest Bettsystem. Aus Massivholz, metallfrei und mit Bienenwachs behandelt. Der Einlegerahmen ist Bestandteil der Konstruktion.Diese Zusammenstellung ist in vier Bereiche aufgeteilt:

  1. Der Schlaf und seine Schlafphasen
  2. Schlaf, Schlafstörungen und das Befinden am Tag
  3. Wie schlafen Kinder?
  4. Schlafen und Träumen

Weitergehende Informationen finden Sie auf den Seiten Gesund Schlafen und Bett, Lattenrost und Matratze.

1. Der Schlaf und seine Schlafphasen

Vorurteil

  

Richtigstellung

Ein guter Schläfer wacht nachts nicht auf. Er schläft die ganze Nacht über tief und fest.

Auch ein gesunder Schlaf zeichnet sich durch regelmässiges Aufwachen aus. Bei durchschnittlich viermaligem Erwachen jede Stunde wachen wir etwa 30 mal pro Nacht auf. Liegt die wache Zeit unter drei Minuten, dann erinnern wir uns am Morgen nicht daran. Bei mehr als drei Minuten Wachzeit ist dagegen eine Erinnerung vorhanden. Dies wird als störend empfunden - ist es aber für den Erholungswert des Schlafes nicht.

Es werden 8 Stunden Schlaf benötigt, um ausgeruht aufzuwachen.

Die Schlafdauer ist individuell sehr unterschiedlich. Während Kurzschläfer mit fünf bis sechs Stunden Schlaf auskommen, können Langschläfer neun Stunden und mehr benötigen, um am Morgen ausgeruht zu sein. Entscheidend für den Erholungswert ist mehr die Schlafqualität und weniger die Schlafdauer.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an weniger Schlaf. Dies ist reine Ansichts- und Trainingssache.

Auch dieses Vorurteil ist nicht richtig. Auf Dauer sollte die individuell benötigte und genetisch festgelegte Schlafzeit nicht unterschritten werden. Wer über lange Zeiträume zu wenig schläft, muss mit schwerwiegenden Folgen rechnen: Herz- und Kreislauferkrankungen, Magen-Darm-Probleme, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, Frühdiabetes. Wer langfristig zu wenig Schlaf bekommt, wird wesentlich häufiger depressiv. Zudem nehmen Lebensfreude, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit spürbar ab.

Der Schlaf vor Mitternacht ist der Beste.

Der Tiefschlaf, der in den ersten 5 Stunden des Nachtschlafes stattfindet, ist für die Erholung am wichtigsten. 5 Stunden können wir aber kaum vor Mitternacht schlafen. Daher ist auch der Schlaf nach Mitternacht wichtig. Die biologische Mitte der Nacht liegt zwischen 3 und 4 Uhr morgens. Dann ist die Körpertemperatur am niedrigsten und die Produktion der Wachstumshormone ist eingestellt. Später wird der Körper mit der Ausschüttung des Stresshormons Cortisol auf den Tag eingestimmt. Es findet dann kein Tiefschlaf mehr statt.

Nach fünf Stunden Schlafzeit oder nach der biologischen Mitternacht - je nachdem, was früher eintritt - endet der Tiefschlaf. Je näher an 3 Uhr wir also einschlafen, desto kürzer fällt der Tiefschlaf aus. Bei Abendmenschen, den sogenannten Eulen, liegt die biologische Mitte der Nacht aber auch wesentlich später.

Das Befinden unmittelbar nach dem Aufwachen ist ein Zeichen dafür, wie gut oder schlecht man geschlafen hat.

Das Gefühl beim Aufwachen hängt ursächlich davon ab, aus welcher Schlafphase heraus man aufwacht. Wenn der Wecker im Leichtschlaf klingelt, sind wir aufgeweckter als wenn wir aus einem Traumschlaf geweckt werden. Besonders benommen fühlt sich, wer aus dem Tiefschlaf geweckt wurde. Für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit am Tage ist die Qualität des Nachtschlafes entscheidend.

Schlaf ist ein passiver Zustand, er wird auch als kleiner Bruder des Todes bezeichnet.

Dies stimmt so nicht, denn der Schlaf ist ein bedeutender, lebensnotwendiger Prozess, der sich zudem mit dem Alter ändert. Im Schlaf findet unsere körperliche und seelische Regeneration statt - er entscheidet damit über Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Ein Schlummertrunk ist das beste Schlafmittel.

Ein vor der Nachtruhe eingenommener alkoholischer Schlummertrunk verdient seinen Namen eigentlich nicht. Denn seine entspannende und schlaffördernde Wirkung kann schnell zur Gewöhnung führen, wenn er jeden Abend eingenommen wird. Man schläft dann zwar gut ein, erwacht aber häufiger in der zweiten Nachthälfte und schläft danach nur schlecht wieder ein. Die Folge können Durchschlafstörungen sein. Der Schlaf wird flacher - mit verkürzten Tiefschlafphasen - und unruhiger.

Tipp: Die muskelentspannende Wirkung von Alkohol fördert das Schnarchen. Und die Wirkung von Medikamenten und Schlafmitteln wird durch Alkohol verstärkt.

Alte Menschen benötigen weniger Schlaf als jüngere Menschen.

Jein! Sofern sich der Schlafbedarf im Alter überhaupt ändert, wird er geringer. Mit zunehmendem Alter reduziert sich die benötigte Schlafdauer und mit siebzig Jahren schlafen viele Menschen nur noch fünf bis sechs Stunden. Zählt man jedoch die Schlafzeiten am Tage, also Mittagsschlaf und Nickerchen zwischendurch, hinzu, dann kommen auch ältere Menschen auf ihr gewohntes Pensum.

Wer lange braucht, um einzuschlafen, muss abends besonders früh ins Bett.

Nein, genau umgekehrt! Wer spät und nur, wenn er richtig müde ist, zu Bett geht, schläft schneller ein und verbindet das Bett dann mit Entspannung und erholsamem Schlaf. Das Bett ist dann nicht mehr der Ort des Nachdenkens und Wachliegens.

Kalt schlafen ist gesund.

Während Kälte verspannt, entspannt Wärme. Zu empfehlen ist eine Temperatur zwischen 18 und 20°C, unter 16°C sollten es nicht sein. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 50 % liegen.

Morgenstund` hat Gold im Mund. Mit den Hühnern zu Bett ist gesund.

Diese Aussagen gelten nur für Morgenmenschen, die Lerchen. Für Abendmenschen, also Eulen, treffen diese Weisheiten überhaupt nicht zu.

Wer müde ist, kann auch gut schlafen.

Müdigkeit reicht nicht aus, wenn Sorgen und Grübeleien das Einschlafen verhindern. Dann hilft es, sich vor dem Schlafengehen den Kopf frei zu machen. Zum Beispiel, in dem man aufschreibt, was einen nicht loslässt oder bewegt. Die Probleme des vergangenen Tages genauso wie Wichtiges für den kommenden Tag. Solch ein Tagebuch (oder besser Abendbuch) nimmt einem die Angst, etwas zu vergessen. Auf dem Nachttisch deponiert, können die Gedanken vor dem Einschlafen niedergeschrieben werden.

So wie ich mich ins Bett lege, wache ich morgens auch wieder auf.

Im Laufe der Nacht finden 20 bis 60 Bewegungen und Lagewechsel statt, auch wenn wir dies nicht bewusst mitbekommen. Auch dann, wenn die Einschlafposition und die Aufwachposition gleich sind.

Ein gesundes Bett muss hart sein.

Ein gesundes Bett ist körpergerecht und individuell einstellbar. Es passt sich in jeder Lage dem Körper stützend und tragend an. In einem harten Bett dagegen hängt die Wirbelsäule durch, da weder Schulter noch Hüfte einsinken können.

Rückengerechte und individuell einstellbare Bettsysteme finden Sie im Produktbereich des Ergonomie Kataloges.

2. Schlaf, Schlafstörungen und das Befinden am Tag

Vorurteil

  

Richtigstellung

Im Laufe des Tages nimmt die Müdigkeit kontinuierlich zu.

Etwa alle vier Stunden hat der Mensch ein Leistungstief. Im Normalfall liegt das erste Tief zwischen 9 und 10.00 Uhr, das zweite gegen 13.00 und das dritte am späten Nachmittag gegen 17.00 Uhr. Dieser Abfall der Leistungsfähigkeit wird durch unseren biologischen Rhythmus erzeugt.

Das Befinden am Tage ist nur von der Qualität des Nachtschlafs abhängig. Wer nachts nicht gut schläft, muss sich tagsüber schonen.

Das Wohlbefinden am Tag ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Ein ungenügender Schlaf kann auch eine Ausrede dafür sein, dass man sich schlecht fühlt. Ausreichende Aktivität während des Tages ist eine wichtige Bedingung für einen gesunden Nachtschlaf.

Nach einer zu kurzen oder schlechten Nacht muss der verpasste Schlaf in der darauf folgenden Nacht nachgeholt werden. Man sollte entsprechend früher zu Bett gehen.

Dies stimmt so nicht. Der Körper reguliert in gewissem Masse Schlafdefizite.

Nach einer durchwachten oder schlechten Nacht wird der wichtigste Teil, nämlich der Tiefschlaf, in der darauf folgenden Nacht zu Lasten der anderen Schlafphasen nachgeholt.

Gelegentlich versäumter Schlaf wird ohne Probleme ausgeglichen. Ein chronischer Schlafmangel dagegen nicht.

Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan.

Auch wer unter Schlafstörungen leidet und felsenfest davon überzeugt ist, die ganze Nacht kein Auge zugetan zu haben, erfährt spätestens im Schlaflabor, dass er doch, wenn auch nur wenig, geschlafen hat. Bereits eine kurze Schlafzeit gewährleistet ein Minimum an Erholung und verhindert, das wir an Schlafmangel sterben.

Schnarchen ist lästig für den Partner, aber im Grunde harmlos.

Aus dem normalen Schnarchen kann sich eine Apnoe entwickeln. Dies ist Schnarchen in Verbindung mit Atemstillständen. Das Gehirn bemerkt den Atemstillstand erst nach 10 bis 30 Sekunden und löst dann eine Aufwachreaktion aus, die dazu führt, dass der Schlafende mit einem explosionsartigen Schnarchlaut aufwacht. Da die Aufwachzeiten sehr kurz sind, erinnert man sich daran am nächsten Tag nicht mehr. Sie wenden aber immer wieder den Erstickungstod ab.

Schnarcher klagen eher selten über einen schlechten Schlaf, aber tagsüber fast immer über Müdigkeit und Leistungs- oder Konzentrationsschwäche.

Bei Schlafstörungen sollte man zunächst abwarten, ob sie nicht von selbst aufhören.

Dies ist nicht empfehlenswert, denn man kann auch lernen, schlecht zu schlafen. Deshalb sollte rasch abgeklärt werden, was die Ursache ist. Bei Ein- und Durchschlafstörungen sind typische Merkmale, dass sich der Betroffene matt fühlt, aber nicht müde. Er kann weder nachts noch tagsüber richtig schlafen.

Schlafhygiene – das ist auch eine Modeerscheinung.

Im Gegenteil. Viele Schlafstörungen lassen sich vermeiden oder verschwinden durch ganz simple Massnahmen. Dies kann ein abendlicher Spaziergang, ein Entspannungsbad, Entspannungsübungen, das Hören sanfter Musik, ein gutes Buch oder ein Gespräch mit dem Partner sein. Wie auch immer der Tag ausklingt: Wichtig ist es, sich genügend Zeit zu nehmen, um abzuschalten und sich auf die Nacht einzustimmen.

Bereits tagsüber kann man die Weichen für eine erholsame Nachtruhe stellen, zum Beispiel durch einen regelmässigen Tagesablauf, eine gesunde Ernährung und ausreichend körperliche Bewegung.

Zum Arzt gehen nützt nichts. Ärzte haben keine Zeit und interessieren sich nicht für solche Bagatellen wie Schlafstörungen.

Jeder gute Arzt nimmt sich die Zeit, die Ursache einer Schlafstörung abzuklären, da fast jede Erkrankung den Schlaf beeinflussen kann. Umgekehrt können dauerhafte Schlafstörungen zu weiteren Erkrankungen führen. Wer keine adäquate Antwort erhält, sollte sich direkt an einen Facharzt oder ein Schlafmedizinisches Zentrum wenden, um dort die Ursachen der Schlafstörung abklären zu lassen.

Der Mittagsschlaf ist etwas für Kinder und Alte.

In jedem Alter macht ein Mittagsschlaf Sinn. Durch unsere inneren Uhr sind Menschen auf einen Mittagsschlaf oder sogar auf mehrere tägliche Nickerchen programmiert. Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein kurzer Mittagsschlaf die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit deutlich erhöht.

3. Wie schlafen Kinder?

Vorurteil

  

Richtigstellung

Kinder schnarchen nur, wenn sie erkältet sind.

Auch unter Kindern gibt es gewohnheitsmässige Schnarcher. Typisch für diese Kinder ist Hyperaktivität, Tagesmüdigkeit und aggressives Verhalten, aber auch schlechtere schulische Leistungen. Es wird vermutet, dass der Schlaf, ebenso wie bei Erwachsenen, durch das Schnarchen gestört wird und die Schlafqualität darunter leidet. Ebenso wie das Schnarchen plötzlich beginnt, kann es auch einfach wieder verschwinden.

Kinder müssen spätestens um 20.00 Uhr im Bett sein.

Kinder haben einen grösseren Schlafbedarf als Erwachsene. Während sie im Vorschulalter noch 10-12 Stunden schlafen und zusätzlich noch ihren Mittagsschlaf halten, so nimmt ab dem Schulalter die Schlafmenge deutlich ab und sinkt auf etwa 8,5 Stunden pro Nacht. Auch der tägliche Mittagsschlaf entfällt spätestens ab dem 8. Lebensjahr. Die optimale Zeit ins Bett zu gehen hängt aber von der Weckzeit ab. Kinder, die dauerhaft zu wenig Schlaf bekommen, sind weniger leistungsfähig.

Unartige Kinder müssen zur Strafe früh ins Bett.

Ins Bett gehen darf nie Strafe sein. Auch Kinder sollten zu Bett gehen, wenn sie müde sind. Wichtig ist jedoch, dass sie ausreichend Schlaf bekommen. Das Bett sollten sie mit der angenehmen Assoziation von Entspannung und Erholung verbinden.

4. Schlafen und Träumen

Vorurteil

  

Richtigstellung

Nur wenige Menschen träumen jede Nacht.

Wir träumen immer jede Nacht. Allerdings kann man sich an die Träume nur erinnern, wenn man unmittelbar nach einer Traumphase aufwacht.

Beachten Sie auch den Produktbereich Schlafsysteme für gesunden Schlaf. Vertiefende Informationen finden Sie auf den Seiten Gesund Schlafen und Bett, Lattenrost und Matratze.

Wir danken der Firma Lattoflex dafür, dass sie uns das Material für diese Zusammenstellung zur Verfügung gestellt hat.

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